Werkstoffe, Systeme & technische Daten

Welche Antivibrationsmatte die richtige ist, hängt von Last, Frequenz und Umgebung ab. Hier finden Sie unsere Systeme, Lastbereiche und die wichtigsten Auslegungsregeln im Überblick.

Richtwerte und Produktdaten
Die Angaben auf dieser Seite sind typische Werte der Werkstofffamilien, die wir liefern. Sie dienen der Vorauswahl. Welcher konkrete Produkttyp eingesetzt wird, benennen wir im Angebot – zusammen mit dem aktuellen Datenblatt (Einfederungs- und Eigenfrequenzkennlinien, Temperaturbereich, Medienbeständigkeit, Datenblattstand) und den Nachweisen, die für diesen Typ vorliegen.

Antivibrationsmatte, Streifen und Pads im Zuschnitt nach Maß (Illustration)
Lieferformen: vollflächige Matte, Streifen und Pads – ein- oder mehrlagig (Illustration)

Unsere Systeme im Überblick

PUR-gebundene Gummigranulat- und Fasermatten

  • Statische Dauerlasten von ca. 0,02 bis 1,5 N/mm² in acht Steifigkeitsklassen
  • Progressive Federkennlinie – annähernd gleichbleibende Eigenfrequenz über einen weiten Lastbereich
  • Eigenfrequenzen ab ca. 10 Hz (abhängig von Last und Stärke)
  • Standardstärke 10 mm, ein- oder mehrlagig verlegbar
  • Lieferung als Rollenware (ca. 1,25 m × 8 m) oder als Zuschnitt, Streifen und Pads
  • Aus recyceltem Gummi – Umweltproduktdeklarationen (EPD) liegen für einzelne Typen vor und werden auf Anfrage zum konkreten Typ bereitgestellt

Gemischtzellige PUR-Elastomere (Schaumstoff-Elastomere)

  • Zwölf Typen für statische Dauerlasten von ca. 0,002 bis 2,5 N/mm²
  • Sehr tiefe Abstimmung: Eigenfrequenzen bis ca. 8 – 10 Hz – auch bei hohen Lasten
  • Hohe Dauerelastizität und geringe bleibende Verformung
  • Stärken bis 50 mm, mehrlagig kombinierbar
  • Für ausgewählte Typen liegen allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen vor – der Nachweis wird dem jeweiligen Typ im Angebot zugeordnet
  • Ideal für Gebäudetechnik, Wärmepumpen, Maschinen und elastische Gebäudelagerung

Lastklassen: Gummigranulat- und Fasermatten

G1 bis G8 sind unsere Ordnungsklassen für die Vorauswahl. Im Angebot ordnen wir jeder Klasse einen konkreten, lieferbaren Produkttyp mit Datenblatt zu.

SteifigkeitsklasseStatische Dauerlast bisTypische Anwendungen
G1 – sehr weich0,02 N/mm²leichte Geräte, Trittschall, leichte Haustechnik
G20,05 N/mm²Lüftungsgeräte, kleine Wärmepumpen, Estrichentkopplung
G30,10 N/mm²Klimageräte, Pumpen, Technikräume
G40,12 N/mm²Aggregate auf Sockeln, Rückkühler
G50,15 N/mm²Kompressoren, Notstromaggregate
G60,30 N/mm²Maschinenfundamente, Transformatoren, Werkzeugmaschinen
G70,80 N/mm²schwere Maschinen, Pressen, große Transformatoren
G8 – sehr steif1,50 N/mm²Schwerlast, Punktlasten, Stanzen, Fundamentlagerung

Lastklassen: PUR-Elastomere

LastbereichStatische Dauerlast bisErreichbare Eigenfrequenz*
sehr leicht0,011 – 0,028 N/mm²bis ca. 9 Hz
leicht0,042 – 0,055 N/mm²bis ca. 9 Hz
mittel0,11 – 0,22 N/mm²bis ca. 8 Hz
mittel-schwer0,30 – 0,45 N/mm²ca. 8 Hz
schwer0,60 – 0,85 N/mm²ca. 8 – 9 Hz
sehr schwerbis 2,5 N/mm²ca. 8 Hz

* Abhängig von Belastung, Stärke und Lagenanzahl. Alle Werte sind Richtwerte für statische Dauerlast; kurzzeitige Spitzenlasten können höher liegen. Die verbindliche Auslegung erfolgt projektbezogen.

So wählen Sie die richtige Lastklasse

  • Flächenpressung berechnen: Gewicht [kg] × 9,81 ÷ belastete Fläche [mm²] = Flächenpressung [N/mm²]
  • Lastklasse wählen: Das Material sollte im mittleren bis oberen Bereich seiner zulässigen Dauerlast arbeiten – zu gering belastete Matten sind zu steif und isolieren schlecht.
  • Frequenz prüfen: Die Eigenfrequenz der Lagerung muss deutlich unter der Erregerfrequenz liegen (Verhältnis > √2, besser ≥ 3).
  • Fläche anpassen: Ist die Pressung zu gering, wird die Matte nicht vollflächig, sondern als Streifen oder Pads verlegt – so steigt die Pressung in den optimalen Bereich.

→ Probieren Sie unseren Online-Rechner für Flächenpressung und Isolationsgrad.

→ Alle Daten kompakt als PDF: Technisches Datenblatt herunterladen

Elastomere im Vergleich

WerkstoffStärkenGrenzen
Naturkautschuk (NR)sehr gute Elastizität und dynamische Eigenschaften, geringe Setzungnicht öl- und nur bedingt witterungsbeständig
SBRkostengünstig, gute mechanische Eigenschaftennicht ölbeständig
EPDMsehr gute Witterungs-, Ozon- und UV-Beständigkeitnicht beständig gegen Mineralöle und Fette
NBRbeständig gegen Öle, Fette und Kraftstoffeeingeschränkte Ozon- und UV-Beständigkeit
CR (Chloropren)ausgewogen: Witterung, Öl, Flammwidrigkeitmittlere Kälteflexibilität
Silikon (VMQ)sehr weiter Temperaturbereich, physiologisch unbedenklichgeringere mechanische Festigkeit
PU / PURsehr hohe Belastbarkeit und AbriebfestigkeitHydrolyse bei dauerhaft heißem Wasser beachten

Shore-Härte – was sie aussagt

Die Shore-A-Härte beschreibt den Widerstand der Oberfläche gegen das Eindringen eines genormten Prüfkörpers (DIN ISO 7619). Elastomere für die Schwingungstechnik liegen meist zwischen etwa 30 und 90 Shore A – typisch sind rund 45 (weich), 55 (mittel) und 70 Shore A (hart). Für die Auslegung ist jedoch nicht die Härte allein entscheidend, sondern die Federkennlinie des Elements: Sie bestimmt Einfederung und Eigenfrequenz.

Einbau- und Anwendungsregeln

  • Elastomerlager möglichst auf Druck belasten – Schub ist meist zulässig, Zugbelastung schädigt das Material dauerhaft.
  • Auf vollflächige Auflage achten: ebener, sauberer Untergrund, keine Fremdkörper zwischen Lager und Unterkonstruktion.
  • Last möglichst gleichmäßig verteilen und Lager auf den Schwerpunkt der Maschine abstimmen, um Kippschwingungen zu vermeiden.
  • Ohne großen Kraftaufwand montieren, Oberflächen nicht mit Werkzeug beschädigen.
  • Ein großer Teil der Setzung tritt bei vielen Elastomeren in den ersten Tagen unter Last auf; maßgeblich ist die Kriechkurve des jeweiligen Werkstoffs. Präzise ausgerichtete Maschinen (z. B. Kupplungen, Wellen) nach der Anfangssetzung prüfen und nachjustieren.
  • Starre Verbindungen (Rohre, Kabeltrassen, Schrauben) ebenfalls elastisch ausführen – sonst entstehen Schallbrücken.
  • Medien und Temperaturen vorab prüfen und den Werkstoff danach wählen.

Häufige Fragen

Warum dämmt Gummi Körperschall besser als Beton oder Stahl?

Schall breitet sich in Gummi deutlich langsamer aus als in Beton oder Stahl. Zusätzlich wandelt das Elastomer einen Teil der Schwingungsenergie in Wärme um. Eine elastische Zwischenlage unterbricht deshalb den Übertragungsweg zwischen Maschine und Bauwerk.

Was passiert, wenn die Matte zu wenig belastet wird?

Dann federt sie kaum ein, die Eigenfrequenz bleibt hoch und die Isolierwirkung ist gering. Abhilfe schafft eine weichere Lastklasse oder eine kleinere Auflagefläche (Streifen oder Pads).

Kann ich mehrere Lagen übereinander verlegen?

Ja. Mehrere Lagen erhöhen die Einfederung und senken die Eigenfrequenz. Die Lagen sollten dabei vollflächig und verschiebungssicher verlegt werden.

Lassen Sie Ihre Lagerung auslegen

Senden Sie uns Gewicht, Aufstellfläche und Drehzahl – wir empfehlen das passende System und die passende Lastklasse.

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